Spielmannszug Oberrödinghausen 1928

Geschichte

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Ein Spielmannszug bezeichnet im engeren Sinn eine Musikgruppe, bestehend aus Marschtrommeln, klappenlosen Querflöten, Lyren, Großer Trommel und Becken. Er wurde vorwiegend in der Marschmusik und für Signale eingesetzt. Heute werden vielfach auch Konzertflöten, unterschiedliche Percussion-Instrumenten und Stabspiele (Marimba, Glockenspiel) eingesetzt. Manche Spielmannszüge haben ihr Repertoire erweitert und verstehen sich als Flötenorchester. Sie spielen Arrangements moderner Unterhaltungsmusik und teils auch Originalkompositionen.

 

Spielmannszüge können allein oder zusammen mit anderen Musikgruppen, wie Blasorchestern eingesetzt werden. Umgangssprachlich wird der Begriff Spielmannszug auch für solche Kombinationen verwendet, dann ergeben sich Abgrenzungsschwierigkeiten zu Blasorchestern, Fanfarenzügen und Trommlercorps.

 

Der Ausdruck Spielmann und das Pfeiferrecht lässt sich bis ins achte Jahrhundert zurückverfolgen. Aufzeichnungen aus dem 13. Jahrhundert ist zu entnehmen, dass Flöte und Trommel gemeinsam gespielt wurden (ein „Spyl“). Horn-, Flöten- und Trompetensignale sind schon frühzeitig aus dem Militärwesen bekannt (siehe Fanfare (Signal)). Aufmärsche, Gefechts- und Alarmübungen wurden im Gleichschritt vorgenommen, unterstützt durch das Spielen von Flöten und anderen Blasinstrumenten sowie den Trommelschlag.

Im deutschen Heer des späten 19. Jahrhunderts umfasst der Spielmannszug die Tamboure und Hornisten der Infanterie, die Signale zu geben und Märsche zu spielen hatten. Jede Kompanie hatte zwei Tamboure und zwei mit Hörnern und Querpfeifen ausgerüstete Hornisten. Spielleute bei der Kavallerie wurden Trompeter genannt.

Mit den aufkommenden Turnfesten und den damit verbundenen Umzügen wurde auch die Spielmannsmusik zu einem festen Bestandteil dieser Feste. Sie entwickelte sich damit vom militärischen Ursprung der Marschunterstützung hin zum konzertanten Musizieren. So spielten in der Deutschen Turnerschaft im Jahr 1922 in Leipzig 220, im Jahr 1925 in Frankfurt 2.000 und im Jahr 1926 in Leipzig 4.200 Spielleute auf.

In der Zeit von 1933 bis 1945 wurde das Spielmannswesen von der Nationalsozialistischen Partei für ihre Selbstdarstellungs- und Propagandazwecke vereinnahmt. Der konzertante Bereich trat in den Hintergrund. Das Turnerspielmannswesen erlosch damit nach relativ kurzer Zeit. Für die Propaganda der Nationalsozialisten waren die Spielmannszüge von SA und SS von Bedeutung. Aufgetreten sind diese Spielmannszüge bei den Reichsparteitagen in Nürnberg und bei regionalen Veranstaltungen. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges brauchte man die regionalen Spielmannszüge nicht mehr, bzw. wurden die Musiker als Soldaten eingezogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg formierten sich im gesamten Bundesgebiet wieder Spielleutegruppen, zunächst ohne eine Verbandszugehörigkeit. Im 1950 gegründeten Deutschen Turner-Bund formierten sich erstmals Spiellleutegruppen wieder. Beim Deutschen Turnfest 1953 in Hamburg traten bereits 3.000 Spielleute auf.

Auch in den Feuerwehren sind in Deutschland heute viele Spielmannszüge organisiert, teils als reine Spielmannszüge mit Pfeifen und Trommeln, teils als Spielmanns- und Fanfarenzüge.

 

Die Vorgeschichte des Spielmannszuges begann schon im Jahre 1925, als bei den jungen Männern, die durch ihre Tätigkeit bei den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken (RWK) eng miteinander verbunden waren, der Wunsch nach einem Trommlerkorps immer größer wurde. Mit großzügiger Unterstützung der RWK und unter Führung einiger musikgeschulter Männer, gründete man 1928 den Spielmannszug Oberrödinghausen.

 

Etwa 15 junge Männer wurden unter sachkundiger Leitung geschult, so dass sich das junge Korps noch im gleichen Jahr mit flotter und schmissiger Marschmusik der Öffentlichkeit vorstellen konnte.

In der Folgezeit erwarb sich der Spielmannszug hohes Ansehen und wurde weit über die Grenzen der Heimatstadt hinaus bekannt.

 

Die Geschehnisse ab 1939 bis 1945 brachten das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Der Zweite Weltkrieg riß eine große Lücke in die Reihen der Spielkameraden. Neun Spielleute kehrten nicht mehr in die Heimat zurück.

Im Jahre 1948 nahm der Spielmannszug, trotz der harten Nachkriegsjahre, sein aktives Spiel wieder auf.

Anfängliche Schwierigkeiten überwand man mit viel Optimismus, mit Ehrgeiz und Ausdauer, denn man wollte das Werk der Väter fortsetzen und ausbauen.

Die Mühen haben sich gelohnt und waren von Erfolg gekrönt. Zum hohen spielerischen Niveau des Vereins tragen bis heute das fleißige und hartnäckige Proben und der unermüdliche Einsatz aller Spielkollegen bei. Die Jugendarbeit liegt den Spielleuten besonders am Herzen. Immer wieder gelang es, Jugendliche für den Spielmannszug zu begeistern und mit der traditionellen Musik vertraut zu machen. Seit einigen Jahren stehen auch junge Damen in den Reihen, die, so die einhellige Meinung aller, aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken sind.

 

Quelle: Wikipedia
Geschichte des Spielmannswesens
Geschichte des Spielmannszuges Oberrödinghausen
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